Slipknot – All Out Life

Slipknot gilt wohl für viele Freund*Innen der härteren Musik als ein Meilenstein. Ihre Mischung aus Thrash-, Alternativemetal mit vielen Rap und Hip-Hop-Elementen prägte wie kaum eine andere Band der 90er Jahre den „Nu-Metal“.

Foto: M. Shawn-Crahan
Foto: M. Shawn-Crahan

Die Band

Zugegeben… Slipknot ist wirklich etwas äh… Besonderes…
Seit ihrer Gründung 1995 sorgte die Band aus Des Moines, Iowa, immer wieder für Furore, aber auch kontroverse Reaktionen.
Die Ästhetik der (momentan) neunköpfigen Band eckt immer wieder an: schaurig-psychotische Masken, ein harter, brachialer Sound, generell eine scheinbar hasserfüllte, dystopische Attitüde und chaotische Live-Shows mit jeder Menge Effekten.

Doch auch der enorme Erfolg der Band (unter anderem ein Grammy für die beste Metalperformance 2006) mit ihrem Metalsound, der mit Elementen wie Breakdowns, Raps, Scratchings und einer weiten Bandbreite an zusätzlichen Perkussionsintrumenten angefüllt ist, ist bis heute ein musikhistorisch viel beachteter Ausnahmefall in einer Nischensparte von härterer Musik.

 

Der Song

Das letzte Studioalbum „.5: The Gray Chapter“ stammt aus dem Jahre 2014. Seitdem war es etwas ruhiger geworden um die Kapelle, neben ein paar Live-Gigs, Skandälchen und szenemedialbeachteten Personaldebatten innerhalb von Slipknot.

Dann pünktlich zu Halloween (Mecklenburg-Vorpommerisch: „Reformationstag“) diesen Jahres: Am 31.10.2018 erscheint das (wieder recht verstörende) Video zu „All Out Live“ auf dem Youtube-Kanal der Band. Offensichtlich sind Slipknot zurück!

Der Song „All Out Life“ markiert einen gewissen Drive zurück zu den Anfängen der Band. Das Hauptthema des Riffs wirkt zwar fast hartrockig, während doch die Strophen im üblich aggressiv geshouteten Stil des Sängers Corey Taylor aufwarten. Starke Drumfills und melodisch gesungene Passagen wechseln sich innerhalb schneller Folge ab. In der Mitte des Stückes gibt es einen starken Downpart im Tempo und in der Intensität. Wie eine Politansprache gestaltet in dieser Spoken-Word-Bridge lässt Corey Taylor zu einem Marschrhythmus seine Fans (genannt „Maggots“ – dt.: „Maden“ – positiv gemeinter als es anmutet) sektenhaft schwören, bevor der Song das Thema wieder aufnimmt.

 

Der Inhalt

Diese Wortanalyse führt zum Inhalt. Wie immer in dem (bereits als kontrovers klassifizierten) Auftreten als eine sehr eng verschworene Gemeinschaft, wettern Taylor und seine Bandkollegen gegen die Musikindustrie und den momentanen Medialumgang mit Musik. Verschiedenste viral gehende und entsprechend gehypte und kommerziell ausgeschlachtete Musikstücke und -stile (man denke an Trap, Koreanischen Pop und so weiter) sind das Symptom der angegriffenen Musikindustrie.

Ganz besonders verärgern scheint die Band aus Iowa, dass gute, ältere Musik nicht mehr gewürdigt wird – bloß weil sie eben alt ist. Dass ihr der musikgeschichtlliche Zusammenhang der Einordnung verwehrt wird und sich so die moderne Musik – welche ja auch lediglich bloß eine Entwicklung aus der alten ist – selbst entwertet.
Hier skizziert sich Slipknot mit ihrem Herr von Maden als klarer Gegenentwurf, wenn im Chorus geshoutet wird:

Old does not mean dead, new does not mean best
No hard feelings, I’m tired of being right about everything I’ve said
Yours does not mean mine, kill does not mean die
We are not your kind

Deutsch: Alt heißt nicht tot, neu heißt nicht das Beste
keine harten Gefühle
[gemeint ist wohl ’keine Aversionen’], ich bin’s satt dass ich mit allem Recht habe, was ich sagte
Deines heißt nicht meines, töten heißt nicht sterben
[dies ist wohl nicht aggressiv zu verstehen, sondern verglichen an der ersten Zeile, innerhalb der Bewertungen von Musik in ihrer Zeit]
Wir sind nicht von deiner Art

 

Das Fazit

So wie das Drumherum der Band immer beängstigend und misanthropisch wirkt, zeigt sich in einem genaueren Hinsehen oft eine starke positive Facette. So mutet hier das deutbare Plädoyer „jedwede Musik (Kunst, Kultur) ist zu schätzen und sich nicht ausschließlich einem blinden Trend nach konsumorientierten Mustern herzugeben“ nahezu pädagogisch an…
Wie ernst es Slipknot indes mit solcher Didaktik meinen, stünde dabei aber noch fraglich da – das wutentbrannte Schreien und Fluchen gegen die Zustände der Industrie könnte ja schlussendlich auch nichts mehr sein, als eben Schreien und Fluchen…

Apropos Konsum: wer „All out Life“ auf einer neuen LP erwerben möchte, muss sich noch gedulden. Klar ist, es soll ein neues Album 2019 erscheinen – doch mit welchem Namen und wann ist noch offen – Und: geneigte Mädchen (in dem Fall wohl doppeldeutig, innerhalb der Selbstbezeichnung der Fans) und Jungs (und alle anderen) können sich auf bereits vier angekündigte Konzerte in Deutschland im Sommer 2019 freuen.

Interpret: Slipknot
Song: All Out Life
Album: TBA
VÖ-Datum: TBA
Label: Road Runner Records

Die weiteren Titel unserer Heavy Rotation in KW 47/18

Ihr Mädinnen und Maden: lauschet dem Beitrage der LOHROtation – SOFORT!!! (Bitte… *liebkuck*):

 

2 Antworten zu “Slipknot – All Out Life”

  1. Vivi sagt:

    wie cool ist bitte dieses partystarter lied – danke lohro!

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