Rostocker Schausteller in Nöten

Im Verband der Schausteller MV geht die Angst um. Zahlreiche Familienbetriebe sehen ihre Existenz gefährdet, wenn die Rostocker Stadtpolitik das Gelände Bussebart/ Fischerbastion weiter als neuen Theaterstandort einplant.

Schausteller Protest6Mit neongelben Warnwesten haben über 100 Schausteller heute auf drohende Fehlentscheidungen im Rostocker Rathaus aufmerksam gemacht. Unterstützung bekamen sie dabei aus dem gesamten Bundesgebiet, selbst von der Europäischen Schaustellerunion reiste die Vizepräsidentin, Nicole Vermolen, an.

FischerbastionViele Rostocker Schausteller sehen ihre Existenz gefährdet. Grund ist der mögliche Theaterneubau am Standort Bussebart/Fischerbastion. Rund 40 Schausteller bauen dort regelmäßig zu Weihnachten ihre Geschäfte auf. Sie tragen über 20 % der Gesamteinnahmen des Weihnachtsgeschäftes bei. „Bleibt die Summe aus, hat das auch Konsequenzen auf andere Angebote wie die Sprechstunde des Weihnachtsmanns, Kinderkarussells oder das Bühnenprogramm“, sagt Marlies Urbigkeit, Verbandschefin der Schausteller in MV.

Noch deutlicher wurde Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerverbandes: „die Diskussionen der Rostocker Lokalpolitik sind wie ein Tritt in das Rückgrat der Schausteller“.

Schausteller Protest1Etwa 40 Prozent des Jahreseinkommens beziehen die Betreiber der Fahrgeschäfte aus den 4 Wochen Weihnachtsmarkt. Diese Winterkirmes ist nicht nur ein Magnet, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal unter den norddeutschen Weihnachtsmärkten. „Wir finanzieren uns ohne Subventionen, die Besucher kommen – das ist Kultur (!)“, stellt Marlies Urbigkeit fest.

Schausteller Protest13Für den Neubau des Rostocker Volkstheaters werden in der politik der Christinenhafen und der Bussebart/Fischerbastion favorisiert. Im Mai will die Bürgerschaft über einen städtebaulichen Ideenwettbewerb beschliessen. Im Ergebnis soll dann eine Entscheidung zum Standort getroffen werden.
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