Mavi Phoenix – Prime

Wenn es um Musik aus Österreich geht, denken viele an die üblichen Verdächtigen Wanda, Bilderbuch oder auch Granada – aber vergessen dabei eine junge Künstlerin aus Linz, die womöglich sogar eine internationale Karriere starten wird. Ihr Name: Mavi Phoenix!

Foto: Kyle Weeks

Mavi Phoenix wird Mitte der 90er als Marlene Nader im oberösterreichischen Linz geboren und hat teilweise syrische Wurzeln. Bereits im Alter von elf Jahren fängt sie an, erste Songs zu komponieren. Dabei schielt sie stets über den großen Teich nach Amerika. Das Englische liegt ihr näher als ihre Muttersprache, zumal sie auch einen englischen Kindergarten und eine englische Volksschule besucht. Ihr Vater macht sie auf gemeinsamen Autofahrten mit Künstlern wie z.B. N.E.R.D, David Bowie oder Queens Of The Stone Age vertraut, Mavi hingegen legt lieber eine Snoop Dogg-CD ein. Dessen Album Rhythm & Gangsta bezeichnet sie heute noch als einen starken Einfluss.

Die Zeit am Gymnasium nimmt Mavi Phoenix rückblickend als ziemlich hart wahr. Schon damals ist ihr eigentlich klar, dass sie nix anderes als Musik machen möchte. Wenn sie den Mitschülern von ihren Träumen erzählt, wird sie oft belächelt. Doch die junge Mavi lässt sich nicht von ihrem Ziel abbringen und hat schon damals das starke Gefühl, dass sie es einfach kann, es nur noch keiner gecheckt hat.

Einer der Ersten, der es dann checkt, ist Maurice Ernst, Sänger der Band Bilderbuch. Er ruft sie eines Tages an und macht ihr das Angebot, gemeinsam auf der Bühne den Song Soft Drink zu performen. Mavi denkt nicht lange nach und ergreift diese einmalige Chance. Infolgedessen darf sie sogar als Support mit auf Tour, noch bevor sie die Matura, das österreichische Pendant zum Abitur, in der Tasche hat.

Zusammen mit Alex The Flipper, einem guten Freund aus der Linzer Hip Hop-Szene, entstehen ab 2014 die ersten EPs. Auf dem aktuellen Release Young Prophet II, das am 5. Oktober über das eigene Label LLT Records erschienen ist, befindet sich auch unser aktueller Titel der Woche Prime. Der Track fusioniert Elemente aus den Genres Hip Hop, R‘n‘B und Pop zu einem unwiderstehlichen Ganzen und setzt dabei auf einen fetten Beat und das bei Mavi Phoenix immer wiederkehrende Stilmittel Autotune. Die Motivation hinter dem Song Prime beschreibt Mavi Phoenix wie folgt:

Die Zeiten sind hart und wir haben das Gefühl, dass unsere Zukunft unsicher ist . Aber ich möchte, dass alle wissen, dass ihre Zukunft in ihren eigenen Händen liegt and we just have to really take over quick time.

Ganz persönlich gesehen blüht Mavi Phoenix, die übrigens alle Songs selbst schreibt und sich als Feministin in ihren Texten immer wieder gegen Sexismus äußert, höchstwahrscheinlich eine goldene Zukunft. Mittlerweile hat sie schon auf renommierten Festivals wie z.B. Roskilde oder Primavera gespielt und ihre Konzerte sind nicht selten ausverkauft. Angesprochen auf ihre Ziele, hat Mavi Phoenix einmal gesagt, sie möchte eine musikalische Ikone werden. Klingt für manche sicher abgehoben, für andere nach einem gesunden Selbstvertrauen. Eins ist sicher: Wir werden noch viel von Mavi Phoenix hören.

Titel: Prime
Interpret: Mavi Phoenix
EP: Young Prophet II

Die weiteren Titel unserer LOHROtation* in KW 45/18

* die wöchentliche Heavy Rotation auf LOHRO 90.2

– „Gimme dem sh*te fo‘ listenin‘!“
– „Mhm, ja na gut:“

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