Das lange Interview mit Drummer Niklas Kahl heute um 14 Uhr!

Lord Of The Lost – Judas

Seit dem 02. Juli 2021 ist das neue Album „Judas“ der Hamburger Metal-Band Lord Of The Lost auf dem Markt. Und das kann sich allemal sehen und hören lassen. Worum es geht und wie es so klingt, erfahrt ihr hier und heute im Interview!

Ein weißes Gesicht mit schwarzen Augen, auf der Stirn das J-Kreuz nach unten
Das neue Album "Judas" von Lord Of The Lost. Credit: Jan Season / VDPictures

Wenn man mal darüber nachdenkt, dann ist es doch erstaunlich, wie sehr unsere gesamte Kunst im europäischen Raum vom Christentum geprägt ist. Selbst jene Kunstformen und Musikgenres, denen wir das auf den ersten Blick nicht unbedingt zuschreiben würden. Und doch kehren bestimmte Themen immer wieder. In diesem Fall ist es die Figur Judas, deren Geschichte Einzug gehalten hat auf das neu erschienene Konzept-Album „Judas“ von Lord Of The Lost (VÖ 02.07.2021).

Judas – Freund oder Feind?

Allerdings wird hier nicht jenes Narrativ wiederholt, das die meisten von uns aus der biblischen Erzählung kennen: Judas, der treulose Verräter, der Jesus mit einem Kuss enttarnt und so dessen Tod besiegelt für 30 Silbermünzen. Nein. Lord Of The Lost, die bis dato nicht dafür bekannt waren, sich für christliche Mythologie zu begeistern, haben sich hier eher vom Judas-Evangelium inspirieren lassen. Dieses stellt die Geschehnisse rund um Judas und Jesus völlig anders dar: Zwar habe Judas seinen innigen Vertrauten verraten, jedoch mit dessen Wissen und mit der Absicht, das Jesus seiner wahren Bestimmung gerecht werden kann. Genau dafür muss Jesus erst seine fleischliche Hülle verlieren. Judas soll der einzige Jünger gewesen sein, der dies erkannt hat – sich der darauf folgenden eigenen Verdammnis  bewusst – dafür entschieden hat, Jesus bei der Erfüllung seiner Bestimmung zu helfen. So jedenfalls die vereinfachte Zusammenfassung aus dem Judas-Evangelium.

Konzeptalbum durch und durch

Exakt diese Version der Geschichte um Jesus und Judas findet ihr auf der neuen Platte von Lord Of The Lost wieder. Dabei hat das Metal-Quintett und die gesamte Crew extrem auf Details geachtet. Angefangen vom neuen Bandlogo, das ein umgekehrtes Kreuz in Form des Buchstaben J darstellt über ein Leitmotiv, das ihr sehr gut in den ersten Sekunden des Album-Openers „Priest“ (im Übrigen war diese naheliegende Referenz auf Judas Priest mehr Zufall als alles andere) auf euch wirken lassen und im weiteren Durchhören des Albums an verschiedenen Stellen wiederhören könnt bis hin zur schwarz-weißen Farbgebung und dem Wechsel aus sanften Orchester-Melodien und stürmischen Metal-Riffs sowie dramatischen Chorgesängen. Es ist im Grunde ein sich komplett durch das Album ziehender Dualismus von Gut-Böse, Licht-Dunkel, Erlösung-Verdammnis.

Visuelle Gestaltung

Auch in der visuellen Umsetzung der Erzählung in ihren Musikvideos haben sich Lord Of The Lost reichlich Mühe gegeben. Zugegeben: Das Video zu „Priest“ hat uns doch stark an die Serie „The Witcher“ erinnert, aber dies nur als oberflächliche Randbemerkung nebenbei. Interessant sind die Locations, die sich die Band für diesen Videodreh ausgesucht haben: So etwa die Einhornhöhle im Harz, in der die mystischen Lichtverhältnisse auch wieder den zuvor erwähnten Dualismus des Albums widerspiegeln. Auch eine mittelalterliche Steinkirche wurde als Drehort gewählt, um die sich bis heute viele Geheimnisse ranken. Doch wirklich Zeit war nicht, dies auf sich wirken zu lassen, wie Nik uns im Interview berichtet hat. Im Endeffekt sei auch so ein Videodreh eben immernoch Arbeit, bei der am Ende die Ergebnisse zählen und weshalb kaum Zeit bleibt, imposant anmutende Kulissen auf sich wirken zu lassen.

 

Jesus und Judas – Mehr als nur Vertraute?

In dem Video zu „The Gospel of Judas“ spielen Lord Of The Lost im Übrigen auf jene Theorien an, die von weit mehr als nur Freundschaft ausgegangen sind, was die Beziehung zwischen Judas und Jesus anbelangt. Mit regenbogenfarbenen Armbinden und SM-Referenzen spielen Lord Of The Lost auf die homosexuelle Liebe zwischen den beiden biblischen Gestalten an. Ein Gedanke, der sich in diversen Theorien um Judas und Jesus wiederfindet und bis dato stark polarisiert. Dementsprechend bekommt die Band von der einen Seite zwar reichlich Lob, erntet auf der anderen Seite allerdings auch ordentlich Gegenwind von Menschen, die sich dadurch vermutlich in ihrem Glauben angegriffen fühlen.

 

 

Ein Album aus einem Traum

Das Album soll übrigens in einem Traum von Chris Harms in seinen Grundzügen entstanden sein. Als er seinen Bandkollegen davon berichtete, haben diese Gefallen an seiner Idee gefunden und et voila herausgekommen ist ein Doppelalbum, bestehend aus 24 Songs auf 2 CDs. Auch Iron Maiden, mit denen Lord Of The Lost bald auf Tour gehen wollen, haben der Band zur neuen Platte gratuliert. Für die fünf Musiker eine große Ehre, wie Drummer Niklas Kahl selbst sagt.

 

Den ganzen Talk mit Drummer Nik  zu „Judas“ hört ihr bei uns am 09.07.2021 live auf LOHRO oder im Nachgang in unserer Mediathek.

 

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