Interview mit Neonschwarz

Neonschwarz ist keine Farbe. Neonschwarz ist Bengalorauch, pulsierende Beats und Poetische Punchlines. Am Samstag kommen die Hamburger ins Peter-Weiß-Haus, wir haben uns im Vorfeld mit Rapper und Mitbegründer Johnny Mauser unterhalten.

Spion Y, Captain Gips, Marie Curry und Johnny Mauser feiern endlich das Release von Metropolis, ihrem dritten Studioalbum. Jetzt soll es in einer Deutschland Tour auf die Bühne gebracht werden.

LOHRO-Redaktion: Was kannst du über das neue Album erzählen?
Johnny M.: Unser Album ist ganz frisch draußen, seit letztem Freitag (06.Mai), da haben wir eine fulminante Releaseparty auf dem Balkon der Roten Flora in Hamburg gefeiert. Mit ein paar tausend Leuten, das war ziemlich wild. Die Platte heißt Metropolis und spielt in einer fiktiven Stadt, jetzt verbreitet sie sich durch die Internetwelt und die reale Welt. Bei unseremVorgängeralbum Fliegende Fische ging es mehr um Utopien und um das Sich-Weg-Träumen, das aktuelle Album dagegen ist mehr auf dem Boden der Realität, etwas Hip-Hop mäßiger und großstädtischer geworden.

LOHRO-Redaktion: Auf dem Releasekonzert ging es aber noch um andere Themen, als um Musik…
Johnny M.: Ja der Kundgebungscharakter kommt vielleicht dadurch, dass am Ende auf die Gegenaktivitäten an dem Tag der Deutschen Zukunft in Dortmund hingewiesen wurde, das Ganze mit Bengalos und Pyros untermalt wurde. Dadurch sind ganz schön viele Bilder entstanden, die jetzt im Internet kursieren. Aber primär würde ich schon sagen, dass es ein Konzert war. Die Soli-Geschichte für die Rote Flora fand dann später auf der Aftershowparty statt.

LOHRO-Redaktion: Man munkelt, ihr hättet sogar euren Song „Flora Bleibt“ auf dem Balkon gespielt, dabei ist er doch auf dem  Index?
Johnny M.: Davon weiß ich nichts… 🙂

 

LOHRO-Redaktion: In eurem Song „Check Yo Self“ disst ihr die Rechtsrocker Landser. Zitat:

Ich flieg nach Lanzarote, leg‘ die Füße auf die Couch und schicke Landser rote Grüße mit der Faust.

Vor kurzem haben Frei.Wild in der Kategorie Rock/National einen Echo gewonnen. Andere Gruppen wie Kraftklub haben daraufhin mit einem Boykott gedroht. Wie beurteilst du die Sache?
Johnny M.: Wahrscheinlich müsste man zwischen Landser und Frei.Wild noch differenzieren. Aber wenn jetzt im Mainstream oder in der „normalen“ Musikbranche so ’ne Band wie Frei.Wild erfolgreich ist und auch eine Fläche geboten bekommt, finde ich es ziemlich fraglich. Aber es ist gut, dass sich einige Bands dort distanziert haben oder gar nicht erst zu den Verleihungen angereist sind.
Es gab immer schon Nazi Rockbands, die man als solche wahrgenommen hat. Aber wenn so eine Grauzonen Band erfolgreich wird ist es vielleicht vergleichbar mit der AfD, die im ersten Moment auch nicht für alle als Nazi Partei rüberkam und dadurch noch gefährlicher wird, weil sie viele Menschen mobilisieren können und viele Anhänger finden.

LOHRO-Redaktion: Am Samstag seid ihr im Peter-Weiß-Haus, das erste mal als Neonschwarz. Mit welchem Gefühl kommt ihr nach Rostock?
Johnny M.: Durch Feine-Sahne-Fischfilet und deren Umfeld und durch die Audiolith Connections haben wir viele nette Menschen in Rostock kennengelernt. Auch durch die vielen politischen Musikveranstaltungen in Rostock hat uns die Stadt allen näher gebracht. Ich hab jetzt schon viele lustige Abende in Rostock verbracht. Das Peter-Weiß-Haus, das Median und die KTV find‘ ich ganz cool. Wir freuen uns auf jeden fall sehr auf das Konzert!

Interview mit Sophie Kröger vom 11.05.16

Künstler: Neonschwarz

Titel: Check Yo’Self

Album: Metropolis

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