Grant – Tschick

Es ist mal wieder Zeit – Zeit für Indie-Pop aus Österreich! Passend zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai haben Grant mit ihrer Single „Tschick“ eine Hymne auf die Zigarette geschaffen.

Seit fünf Jahren machen die fünf Ösis aus Klosterneuburg bei Wien schon gemeinsam Musik. Nachdem sich 2013 die Schülerband von Sänger Dima Braune auflöste, gründete er gemeinsam mit Stefan Kovacic, Stephan Weissensteiner, Alexander Peirl und Manuel Höller die Band „Grant“. Grant, das ist „gschert“, also österreichische Umgangssprache, für schlechte Laune.

Ihre musikalischen Einflüsse finden sich sowohl im Austropop, als auch im Britpop. Besonders die Musik von The Libertines und Oasis prägen den Sound von Grant. Aber auch Prog Rock à la Pink Floyd findet seinen Einsatz bei den fünf Jungs. Gesungen wird natürlich mit österreichischem Dialekt, auf niederösterreichisch, um genau zu sein. Abgerundet mit dem Einsatz von Bläsern, Percussionselementen, Synthesizern und Piano ergibt das eine Mixtur, die wider Erwarten doch noch etwas Neues in der Austro-Pop-Schiene bietet.

Den ersten Erfolg konnten die fünf Jungs dann als Vorband für die damals noch sehr viel weniger bekannten Wanda feiern. Dort wurden sie dann auch prompt entdeckt – von Wanda-Manager Stefan Rede, der sie gleich bei Problembär Records einspannte, wo auch Wanda selbst und der Nino aus Wien unter Vertrag stehen. 2016 kam dann das gleichnamige Debüt-Album: „Grant“. Das war zwar schon vorher auf dem bandeigenen Label erschienen, wurde aber bei Problembär Records noch mal neu gemastert und veröffentlicht. Das zweite Album, „Unter dem Milchwald“, folgte 2017.

Mit „Tschick“ ist keinesfalls der Roadtrip-Roman von Wolfang Herrndorf gemeint (auch wenn der eine eigene Hymne auf jeden Fall verdient hätte!) und auch bei LOHRO ist der Begriff keine Neuheit: Schon früh wurden hier alle von einer Reihe österreichischer EFDler (=europäischer Freiwilligendienst) aufgeklärt: ein Tschick, das ist eine Zigarette.

Ganz neu ist der Song eigentlich gar nicht: Schon 2016 spielten Grant „Tschick“ live auf der Bühne. Wer sich außerdem das Musikvideo zu dem Sommerhit zugute geführt hat, dem ist vielleicht etwas aufgefallen. Schon das Thumbnail auf Youtube erinnert ganz stark an das eines viralen Hits einer neuseeländischen Künstlerin mit dem Namen „Princess Chelsea“ aus dem Jahr 2011. Ein Paar sitzt vor einem tropischen Hintergrund in einem Whirlpool. Im Duett streitet das Paar darüber, dass sie, Princess Chelsea, doch mit dem Rauchen aufhören solle.

Sowohl an dem Song, als auch an dem Video haben Grant sich bedient. Gemeinsam mit Gitarrist Stefan Kovacic sitzt Sänger Dima Braune in einem aufblasbaren Planschbecken. Vom Filter, über die Perspektive, bis hin zur Sitzposition der beiden Protagonisten haben Grant das Video und die Musik von Princess Chelsea genommen und dann etwas (fast) ganz Neues daraus gemacht.

Sätze wie „Es ist doch nur eine Zigarette“ oder „Wenn ich will, dann höre ich auf. Ich bin mir sicher, ich kann das“ sind für den leidlichen Raucher keinesfalls ein Novum. Ohne sich auf eine dogmatische Ebene zu begeben, schaffen Grant es, das Erlebnis und die damit einhergehende, niemals zu Ende gebrachte Befriedigung des Rauchens in knapp drei Minuten Song zu verpacken.

Während der nächsten Zigarette also am besten „Tschick“ von Grant anschmeißen und einen richtig dicken Ohrwurm bekommen. Das Großartige daran ist, dass ein Tschick genug Zeit zum zwei Mal hören bietet.

Song: Tschick

Interpret: Grant

Die weitere Songs in unserer LOHROtation* in Kalenderwoche 23/2018

* die wöchentliche Heavy Rotation auf LOHRO 90.2

Hier gibt´s die LOHROtation der 5 Songs nochmal zum Nachhören:

 

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