Ein leiser Appell an die Liebe

Alice Gift – Pretty Hate

Unser Titel der Woche „Pretty Hate“ von Alice Gift versteht sich zunächst als glamourös-schmutziger Racheakt und endet als leiser Appell an die Liebe.

Foto: Hindele Zondervan

Hinter Alice Gift steckt das Projekt und Pseudonym des in Berlin lebenden deutsch-französischen Künstlers Nicolas Isner, der als Soundtrack-Komponist sowie mit seiner Band Velvet Condom erste Erfolge verzeichnete. Aktuell arbeitet das Trio, das neben Alice Gift aus Djamila Paris (Keyboard/Gesang) und Lena Lonley (Gitarre) besteht, mit Tad Klimp an seinem zweiten Album. Unser Titel der Woche „Pretty Hate“ ist einer der Vorboten.

Im Zentrum des Songs steht ein Utopist, der zurückkehrt: einer, der lange für das Gute gekämpft hat, dessen Naivität und Glaube an die Menschheit jedoch ausgenutzt wurden. Der Kampf war vergeblich, die Erkenntnis bitter – und aus ihr erwächst der Wunsch nach Vergeltung an all jenen, die ihn manipuliert und betrogen haben. Doch mitten in diesem Rachefeldzug erreicht ihn, ganz am Ende des Songs, eine Erinnerung: sich nicht von der Liebe abzuwenden. Es ist eine bewusste Referenz an die Schlussszene von David Lynchs „Wild at Heart“, in der ein Engel Nicolas Cage genau diese Botschaft überbringt.

Musikalisch taucht „Pretty Hate“ tief in eine Ästhetik aus 80er-Jahre-Bubblegum-Pop, New Wave und Rock ’n‘ Roll ein – ein Sound, der sich anfühlt wie der Soundtrack zu einem glam-punkigen Roadmovie.

Titel: Pretty Hate
Interpret: Alice Gift
Label: Alice Gift / Motor Entertainment

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LOHROtation

Den Beitrag zu allen fünf Songs der LOHROtation könnt ihr in Kürze in der LOHRO-Mediathek nachhören.

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