Künstler:in. Jonathan Bree, geboren 1979 in Neuseeland, zählt zu den markantesten Stimmen des Indie-, Chamber- und Baroque-Pop seiner Generation. Ursprünglich Musiker, Songschreiber und Produzent, gründete er in den späten 1990ern die Twee-Pop-Band The Brunettes und wenig später das Label Lil‘ Chief Records. Seine Soloarbeit zeichnet sich durch cineastische Klangräume aus: silky Gesang über düsteren Streichern, geschmeidig gleitenden Harmonien und nostalgisch-morbider Pop-Ästhetik, oftmals als „Dark Disney“-Sound beschrieben.
Princess Chelsea, mit bürgerlichem Namen Chelsea Nikkel, entstammt derselben Neuseeländer Szene. Als Sängerin, Pianistin und Produzentin kreiert sie unter ihrem Künstlernamen einen eigenwilligen Mix aus Dreampop, Cabaret und Baroque-Pop. Vor ihrer Solokarriere war sie in Bands wie Teenwolf und The Brunettes aktiv. Der gemeinsame Hit „The Cigarette Duet“ mit Bree katapultierte sie 2011 international ins Rampenlicht; der Song avancierte zu einem Internetphänomen.
Titel. „Live To Dance“ markiert das musikalische Comeback von Jonathan Bree nach rund zweieinhalb Jahren Pause und die Reaktivierung seiner kreativen Partnerschaft mit Princess Chelsea. Der Song schlägt die Brücke zwischen minimalistischem Synthpop und düsterem New-Wave-Echo: Ein drückender Arp-Synth-Bass legt das Fundament, ergänzt durch eine subtile Bass VI, die durch den Mix schwebt. Die Stimmen verweben sich eng, oft geflüstert, und erzeugen eine Atmosphäre zwischen Nähe und Distanz, zwischen Intimität und Fremdheit.
Textlich nutzt der Song das Motiv des Tanzens nicht als reines Vergnügen, sondern als Fluchtmechanismus vor einer erstarrten, kalten Welt. Die wiederholte Beschwörung „I live to dance“ – sich dem Tanz hinzugeben – wird zur Widerstandsform: dem Pandämonium (ugs. Chaos) entfliehen, Kontrolle loslassen, in Bewegung fliehen. Diese Ambivalenz zwischen Begehren und Distanz, Verspieltheit und Melancholie macht den Track so vielschichtig.
„Live To Dance“ ist somit weit mehr als eine Tanznummer; es ist ein Statement: Tanz als existenzielles Bedürfnis, als Flucht, als Widerstand und als geheimnisvolle Verführung.
Titel: Live To Dance (feat. Princess Chelsea)
Interpret: Jonathan Bree
Label: Lil‘ Chief Records
Die weiteren Titel unserer Heavy Rotation in der KW 51/25
- MDNS & THÉA – TÉLÉPHONE
- Altın Gün – Neredesin Sen
- SPARKLING – Break Free / Frei Sein / Être Libre
- Erick Sermon – How Do You Know (feat. Cypress Hill)
LOHROtation
Den Beitrag zu allen fünf Songs der LOHROtation könnt ihr in der LOHRO-Mediathek nachhören.
