Interview Freitag: I heart White Denim

Mit dem Begriff „Retrorock“ wirft man (auch ich) gerne um sich, viel zu selten meint man damit jedoch solch psychedelisch-verproggte Wirbelstürme wie White Denim, die aus Texas kommen, mittlerweile im Quartett auftreten und schon in Kinderschuhen The Residents, King Crimson und The Mothers of Invention durch ihre Kopfhörer pumpen ließen. Dass da kein gelangweilt vor […]

Mit dem Begriff „Retrorock“ wirft man (auch ich) gerne um sich, viel zu selten meint man damit
jedoch solch psychedelisch-verproggte Wirbelstürme wie White Denim, die aus Texas kommen, mittlerweile im Quartett auftreten und schon in Kinderschuhen The Residents, King Crimson und The Mothers of Invention durch ihre Kopfhörer pumpen ließen. Dass da kein gelangweilt vor sich hingezupfter Indierock bei rauskommt, ist da wohl klar.
[youtube]l07h2PnwtCg[/youtube]

Mit ihrem offiziell vierten, inoffiziell fünften Album „D“ haben sie nach einigen deftigen Schrammelalben nicht nur eine neue Art der Produktion, sondern auch ein paar ruhigere Töne angestimmt, wer nun einen Popabsturz a la Kings of Leon befürchtet, irrt jedoch. „D“ ist ein formschön rundes Album mit einer Psychedelic-Wucht, die einem besonders 3 Songs ins Album hinein durch einen Malstrom der Gitarrenfrickeleien und tobenden Schlagzeuge zerrt.
Mit Songs wie dem Engtanz-Schmankerl „Street Joy“ und dem letzten, daher bewusst smoothen „Keys“ kommt dann auch etwas Ruhe in die insgesamt 37 Minuten epischen – man kann es nicht anders sagen – Artrock.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7nf_oRAheSk[/youtube]
Ob heftiger Zappa-Fan oder Freund der 70er Classic Rock Tage, „D“ schlägt eine stabile Brücke von diffizilem Gegniedel zu Melodie-verliebten Liebhabersongs und Ohrwürmern.

Das Interview mit der Band

Da war ich also nun, nach mehr als einem Monat Interviewabstinenz schlich ich mich durch die dunklen Irrwege des Magnet Clubs in Berlin, ein wenig eingeschüchtert, denn White Denim hatten sich in der Recherche als teilweise doch sehr kecke Interviewpartner herausgestellt, die mir so manch dumme Frage mit Hähme und Spott zurück schmeißen könnten, wenn sie denn wollten. Doch kaum im Konzertraum angelangt, grinste mich Bassist Steve Terebecki freundlich an, ein „Hi“ von beiden Seiten und schon war klar, dass ich es hier nicht mit arroganten Diven auf Journalistenhetze zu tun hätte, auch der Mangel an feschen Hipsterfrisuren und Röhrenjeans versprach die Abwesenheit angestrengter Coolness und vielmehr nerdige Sympathie, bestenfalls auf beiden Seiten.
Steve und den „Neuen“ Austin (an der zweiten Gitarre) würde ich letzten Endes jedoch nicht vorm orangen LOHRO-Püschel sitzen haben. Da ich für das Radio tätig war, wurde ich sanft nach oben in den ruhigen (dann aber doch nicht so ruhigen) Backstage Bereich zu Schlagzeuger Josh und Sänger James geschoben, die sich ebenfalls äußerst höflich vorstellten. James cool mit Kippe und Josh weniger cool mit Wurstbrötchen bewaffnet, antworteten bedacht und so zuvor kommend, dass sie nach längeren Antworten immer wieder nachfragten, ob das gerade auch Sinn gemacht hatte. Für konfuse Vielredner wie mich eine mehr als sympathische Angewohnheit.

Wie das Interview ansonsten lief, welche Änderungen es im White Denim Sound gegeben hat, was ein festes US-Label so mit sich bringt und ob das alles Sinn gemacht hat, könnt ihr hier hören:

White Denim Interview Pt1

White Denim Interview Pt2

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=g3nmIxPkFJ4[/youtube]

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